Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Zugang zum Schloss der Tenuta Vitas

LA TENUTA VITAS Ein Weingut mit großen Traditionen

In den Räumen des Schlosses der Tenuta Vitas

Wohnen im Schloss und Wein trinken wie ein österreichischer Freiherr

Zwischen der Renaissance-Festung Palmanova im Norden und dem römischen Erbe von Aquileia im Süden liegt an der Via Iulia Augusta die Ortschaft Strassoldo. In der Via San Marco steht auf Nummer 5 ein ehrwürdiges Haus, dessen dunkle braunrote Fassade zur Straße hin jedoch kaum verrät, dass es sich um eine Villa, besser gesagt um ein Schloss handelt. Als diese Gegend noch Teil der Habsburger Monarchie war, residierte hier Franz Kuhn Freiherr von Kuhnenfeld, seines Zeichens k. u. k. Reichskriegsminister und Berater von Kaiser Franz Joseph. Von hier aus führte er seine Feldzüge gegen die Freischaren Garibaldis und nach seinen Siegen, aber auch Niederlagen dürfte er sich in seinem friulanischen Refugium von den Strapazen erholt haben. Man spürt bis heute die entspannende Wirkung, die der von ihm angelegte Park auf das Gemüt ausübt. Eine Allee, gesäumt von Magnolienbäumen zwischen den Weingärten der heutigen Tenuta Vitas, führte ursprünglich direkt vom Campanile von Strassoldo zu dem der Nachbarortschaft Campolonghetto.

Roberto Vitas, Feldherr über 20 Hektar Weingärten

Seit 1937 ist das Anwesen im Besitz der Familie Vitas. Der Urgroßvater von Roberto Vitas, der gemeinsam mit seiner Mutter Maria Grazia in vierter Generation das Weingut betreibt, war aus Triest gekommen und hatte die 60 Hektar Landfläche und die Baulichkeiten erworben. Zur Villa gehört auch ein stattliches Wirtschaftsgebäude, in dem seinerzeit Landwirtschaft betrieben wurde. Dort, wo einst die Kühe und Pferde untergebracht waren, wird nun in einer modernen Anlage Wein gemacht und gegenüber, im ehemaligen Wohntrakt der Arbeiter, finden sich heute ein Verkaufsraum und die Büros. Roberto ist jedoch bestrebt, die bedeutende Geschichte nicht vergessen zu lassen. Er erzählt gerne über die altösterreichische Vergangenheit, führt seine Besucher durch das Schloss und hat im Wirtschaftsteil mit alten Werkzeugen und Gefäßen, vor allem aber mit einem Traktor aus 1942, dem ersten in der Gegend, ein kleines Museum angelegt.

Eichenfässer in der Cantina del nonno

In den 20 Hektar Weingärten gedeiht u. a. Pinot Grigio, Ribolla Gialla, Sauvignon und natürlich Friulano. An der Rebe für den Refosco beschränkt man sich auf einen Bogen, um der Pflanze genügend Kraft für die Entwicklung der Trauben zu lassen. Ein Teil davon wird im Stahltank, der andere im 1000 Liter Fass zum "Romano" Refosco dal Peduncolo Rosso ausgebaut. Von Barrique hält Roberto nichts, denn diese autochthonen Traube würde, so ist der Winzer überzeugt, ihren Charakter verlieren.

Der Boden, der übrigens nachhaltig kultiviert (cultura sostenibile) wird, besteht aus Felsen, Sand und Lehm. Damit eignet er sich, so Roberto, bestens für aromatische Weine wie beispielsweise den Traminer Aromatico.

 

Verkostet werden die Köstlichkeiten dieses Weingutes mitten in der Region Friuli Aquileia DOC üblicherweise im Verkaufsraum, in der Cantina del nonno. Stilvoller ist aber eine Präsentation in den sorgsam mit originalen Materialien in traditionellen Techniken restaurierten Räumen der Villa. Unter noblem Stuck und vor einem Kamin aus Marmor von Aurisiana bei Triest entfalten sich Bouquet und Charakter der Weine der Tenuta Vitas zu wahrlich imperialer Größe.

Ein Salute! auf den Geist des Freiherren Kuhnenfeld darf nicht fehlen, bevor man sich in eines der historischen Apartments, die seit heuer für die Gäste von La Tenuta Vitas bereitgehalten werden, zurückzieht, um am nächsten Tag den weiten Platz und die Wälle der am Ende des 16. Jahrhunderts aus dem Boden gestampften Stadt Palmanova zu erkunden oder wenige Kilometer südlich in der Basilika von Aquileia kunstvolle frühchristliche Mosaike zu bewundern und über das Forum der einst viertgrößten Stadt des Imperium Romanum zu wandeln.

Der erste Traktor in der Region aus 1942
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