Kultur und Wein

das beschauliche Magazin


Das neue Weingut von Denis Pizzulin

PIZZULIN Das Weingut im Geburtsort des Schiopettino

Die Barriqueria im alten Keller

Reinheit, Duft und Frische der Weine als Herzensangelegenheit

Wir sind hier ein junges Weingut“, sagt Denis Pizzulin und meint damit lediglich das Gebäude. Gegründet wurde es 1920 von seinem Urgroßvater, allerdings in Albana, einem Ortsteil von Prepotto. Großvater und Vater haben den Hof vergrößert, bis zu den heutigen elf Hektar. Denis ist schließlich in das Bauernhaus der Eltern seiner Mutter in der Via Brolo in Prepotto umgezogen und hat das alte Anwesen zu einem modernen Betrieb umgestaltet. Geschickt verbindet dabei die Architektur Altes mit Neuem. Aus den Stallungen wurde die Produktionshalle, aus dem Keller mit dem jahrhunderte alten Steinmauern die stimmungsvolle Barriqueria und der Heuboden, wo einst das Viehfutter gelagert wurde, ist nun ein eleganter Präsentationsraum für die Weine von Pizzulin. Rund um das Gebäude hat Denis einen Garten angelegt, der den Ankommenden mit seinen Zypressen und duftenden Buschen von Rosmarin empfängt. Man genießt mediterranes Lebensgefühl. Auf der einen Seite ragen im April noch beschneite Gipfel der Alpen in den blauen Himmel, deren kühle Winde sich mit der milden Luft aus dem Süden zu einem angenehmen Klima vermischen.

Denis Pizzulin bei der Geruchsprobe an seinem Schiopettino

Im Inneren der hübschen Friulaner Cantina entstehen aus den Trauben von ca. elf Hektar Weißweine wie Friulano, Pinot Grigio oder der Rarisolchi Bianco, eine Cuvée aus in französischer Eiche ausgebautem Pinot Bianco (90 %) und Sauvignon (10 %), gereift im Stahltank auf der Hefe. Auf dem Rotweinsektor ist man überrascht, dass ausgerechnet die beiden üblicherweise schweren Bordeaux-Sorten Merlot und Cabernet Franc ausnehmend frisch ins Glas kommen.

Denis Pizullin ist überzeugt, dass sich in dieser Gegend der Cabernet Franc aufgrund seines Aromas für den Stahlausbau eignet. Im Holz, so scheint es dem Winzer, würden diese beiden zu mollig. Ins Fass kommen bei ihm Cru wie die beiden Internationalen Pinot Nero und Merlot Reserve, dazu die Autochthonen Refosco dal Peduncolo Rosso und Pignolo, der nicht weniger als 30 Monate in französischer Eiche Zeit hat, um sich zu einem der ganz Großen zu entwickeln.

Eine Traube als kleines Kunstwerk aus Korkstoppeln

Der Star der Region wie auch im Hause Pizullin ist der Schiopettino di Prepotto. Es ist diejenige Sorte, die im Tal des Judrio, dem ehemaligen Grenzfluss zur Habsburger Monarchie, ihre höchste Qualität entwickelt. Mit DOC Colli Orientali del Friuli – sottozona Prepotto ist die Herkunft dieses Rotweins klar definiert und geschützt. Geringe Hektarerträge, einer Ernte im idealen Reifegrad und eine Verarbeitung mit traditionellen Verfahren sorgen für ein harmonisches Bukett von Aromen der Brombeere, der Heidelbeere und der Sauerkirsche, dem grüner Pfeffer würzige Frische verleiht. Die Lese wird ebenso wie die jeweiligen anderen Arbeiten im Weingarten im Hause Pizzulin ausschließlich per Hand erledigt. Nachhaltige Kultur gehört zur Philosophie seines Weinguts.

Ebenso der Respekt vor dem Stück Land, das ihm für seinen Wein zur Verfügung steht. Das bedeutet Verzicht auf systemische Mittel wie Herbizide. Im Kostraum hat Denis Pizzulin ein Glas, gefüllt mit Erde aus seinen Weingärten, aufgestellt. Auf diesem Boden, der aus Bonca Friulana und zu einem kleinen Teil Terra rossa vom Typ Karst besteht, wachsen die Trauben für seine vini potenti, wie Denis sagt, bei denen ihm neben deren Kraft Reinheit, Duft und Frische besonders am Herzen liegen.

Der Kostraum im ehemaligen Heuboden
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