Kultur und Wein

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Herbstliche Impression aus dem Friaul

Cormòns: Zorzon, Cantina & Agriturismo im Herzen des Collio

Steirisch-friulanische Partnerschaft: Petra Lind & Giorgio Deganis © Zorzon

Erfolgsstory einer friulanisch-steirischen Partnerschaft

Luigi Zorzon (*1898, +1988) hatte seine Erziehung noch im alten Österreich genossen. Damals gehörte dieser Teil des Friaul zur Monarchie. Luigi wurde im Gymnasium des Benediktinerstiftes St. Paul im Lavanttal zum jungen „Herrn“ ausgebildet. Er war zeitlebens, so heißt es, ein „Herr“, innovationsfreudiger Unternehmer und umsichtiger Gutsherr. 1970 wurde das Lehenssystem abgeschafft, seine Pächter, drei Familien, wurden zu Angestellten. Im selben Jahr begann Luigi Zorzon als erster im Collio Wein in Flaschen abzufüllen. Bis dahin war das gängige Gefäß die Damigiana gewesen, ein Weinballon, der im Friaul allerdings bis heute nicht ganz verschwunden ist, ganz einfach, weil dieses Gebinde, es hat angeblich die Form einer (beleibten) Dame, durchaus nicht unpraktisch ist.

 

Luigis Enkel Giorgio übernahm direkt vom Großvater 1988 das Weingut. Inzwischen führt er es mit seiner Freundin Petra, einer Steirerin, die es glücklich in den Friaul verschlagen hat. Giorgio ist für die Produktion des Weines verantwortlich, Petra für das Marketing.

Foto © Zorzon

Der Familienbetrieb setzt seither das bedeutende Erbe des Großvaters fort und vinifiziert DOC COLLIO Weiß- und Rotweine auf höchstem Qualitätsniveau. Die beiden autochthonen Trauben sind weiß: Friulano und Malvasia. Daneben gibt es noch Pinot Grigio und Sauvignon. Bei den Roten hält sich Zorzon an Cabernet Franc und Merlot, zwei internationale Sorten, die allerdings beide im Friaul auf eine lange Tradition zurückblicken können.

Die malerische Landschaft rund um die Azienda Agriturismo Zorzon © Zorzon

Sollte eine Verkostung dieser wunderbaren Weine einmal zu intensiv werden, im Hause Zorzon gibt es Gelegenheit zu bleiben. Aus einem alten Stadel wurde das Apartment Domus Rustica mit allem Komfort geschaffen, das mit seinen 80 m² und zwei Doppelzimmern auch einer größeren Gesellschaft Platz zum Nächtigen bietet. Am Morgen danach, so verspricht Petra, hängen an der Tür frisches Brot und Brioche, damit einem ordentlichen italienischen Frühstück und einem weiteren erholsamen Wein-Tag im Collio nichts mehr im Wege steht.

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